Nachhaltigkeit

Im Dezember 2007 verabschiedete die Kommission der europäischen Gemeinschaften eine Empfehlung an den europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss zu einer Leitmarktinitiative für Europa. In dieser Initiative wurden sechs Märkte für die Anfangsphase der Leitmarktinitiative identifiziert: Elektronische Gesundheitsdienste, Schutztextilien, nachhaltiges Bauen, Recycling, biobasierte Produkte und erneuerbare Energien. Diese Leitmärkte werden von einem enormen Förderprogramm der EU begleitet. Von besonderem Interesse ist die rasche Umsetzung von Forschungsergebnissen.

Im Leitmarkt Baugewerbe sind 7% aller Arbeitskräfte beschäftigt und es werden 10% des BIP erwirtschaftet. Auf Gebäude entfällt der höchste Anteil des Endenergieverbrauchs der EU (42%). Durch Gebäude entstehen ca. 35% aller Treibhausgasemissionen. Das nachhaltige Bauen stellt einen umfassenden Marktbereich da, bei dem Umweltschutzaspekte mit der Gesundheit zusammenhängen und die Frage nach dem Komfort für den Nutzer eine entscheidende Rolle  spielen. In diesen Bereich fällt die Entwicklung nachhaltiger Lösungen für Wohn- und Gewerbebauten und die allgemeine Infrastruktur.

Netzwerke in diesem Bereich haben besondere Bedeutung im Zusammenschluss von hochspezialisierten Ingenieurbüros, die sich auf die Projektierung hocheffizienter Gebäudelösungen konzentrieren. 

Bereits Mitte 2010 soll die novellierte EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Kraft treten – mit bedeutenden Änderungen für Neubau und Bestand. Ab 2020 müssen danach u.a. alle Neubauten als „FastNullenergiegebäude“ gebaut werden.

Plusenergiekonzepte sind auf bestem Weg

Die Bauwelt hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert. Neue KfW-Standards, Gebäudeenergiepass und Energiesparverordnung sind nur drei Stichworte, die den Aufbruch in ein neues Zeitalter markieren. Und: Was heute in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz technisch machbar ist, wird spätestens in zehn Jahren zur Bürgerpflicht. Denn eine neue EU-Rechtlinie sieht vor, dass Neubauten ab 2020 kaum mehr Energie verbrauchen dürfen, als sie selbst erzeugen. Dabei geht es nicht mehr allein um Niedrigenergie- oder Passivhäuser, sondern um Gebäude, die wie Kraftwerke funktionieren.

 

Greenbuilding 06|2010-06-07,
2010, Fachverlag Schiele & Schön GmbH, Berlin